FAQ aus dem HNO-Bereich
  • Therapie bei Drehschwindel
    Frage: Schon seit Jahren leide ich an hartnäckigem Dreh-Schwindel. Infusionen haben keine Besserung gebracht. Was könnte mir noch helfen?
    L F., Garmisch-Partenkirchen

    Antwort: Häufig ist eine lagerungs- oder Menière-ähnliche Schwindelsymptomatik. Ursache sind meist Verspannungen und Verkrampfungen der Nackenregion. Diese Region ist eine sehr sensible funktionelle Einheit, die mit einer Fülle von Sensoren besetzt ist. Diese sind auch mit Gleichgewichtszentren im Stammhirn vernetzt.
    Bei solchen Schwindelformen helfen nur Verfahren, die eine Unterbrechung des muskulären Verspannungskreises erreichen. Hier ist an ärztliche Chiropraktik zu denken. Aber auch Neuraltherapie. Krankengymnastik und spezielle Biider können helfen.

  • Tinnitus und Akupunktur
    Frage: Seit Jahren leide ich an einem sehr unangenehmen Ohrgeräusch. Alle therapeutischen Versuche sind bisher fehlgeschlagen. Nun hörte ich, dass Akupunktur eventuell hilft. Ist das möglich?
    Lorenz W., München

    Antwort: Tinnitus ist keine Erkrankung, sondern nur ein Symptom. Deshalb muss nach einer Grunderkrankung gesucht werden. Wenn eine HNO-Ursache ausscheidet, können auch Blutdruck und Stoffwechsel-Erkrankungen eine Rolle spielen.
    Beim chronischen Tinnitus helfen weder Infusionen noch Medikamente zuverlässig. Eine Akupunkturbehandlung kann neben anderen Behandlungen durchaus unterstützend wirken. Ein Tinnitus kann so gelindert werden, dass er nicht mehr als störend. sondern anders empfunden wird. Er ist dadurch allerdings nur sehr selten ganz zu beseitigen.

  • Chronische Kopfschmerzen
    Frage: Meine längst chronisch gewordenen Kopfschmerzen lassen sich einfach nicht in den Griff bekommen. Konnte es sein, dass sie von einer Ohrentzündung kommen?
    Gero B., München

    Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade ein Ohrentzündung chronische Kopfschmerzen verursacht, ist eher unwahrscheinlich. Ein randständiger Trommelfelldefekt konnte auf eine Ohrknocheneiterung, ein Cholesteatom, hindeuten. Es kann außer Kopfschmerzen vor allem akuten Schwindel verursachen, oft verbunden mit stinkender Ohrabsonderung. Dies wäre dringend operativ zu behandeln.
    Darüber hinaus sieht der HNO-Arzt, ob eine Nebenhöhlenbeteiligung (Kiefer oder Stirnhöhlen, Siebbeinzellen) als mögliche Kopf-chmerzursache in Frage kommt.

  • Massage bei steifem Nacken
    Frage: Ich habe immer wieder schmerzhafte Nackenversteifungen und lasse mich massieren. Jetzt habe ich gelesen, dass man damit bei meiner Erkrankung vorsichtig sein sollte. Stimmt das?
    Heidi F., Northeim

    Antwort: In der tat gilt in Sachen Nackenmassage: Weniger ist mehr. Eine flache Lagerung des Patienten ohne abkippbares Kopfteil oder Nasenschlitz bzw. ohne Aussparung für Kopf und Gesicht ist eine Hauptursache für auftretende Beschwerden nach solchen Nackenmassagen.
    Niemals sollte man bei akuten Beschwerden eine intensive Massage der Nackenregion durchführen. Hierdurch wird die neurorezeptive Feinstruktur der Kopfgelenke unnötig irritiert, was leicht zu einer Verstärkung der Beschwerden führen kann.


    Dr. med. Hartmut Sauer, HNO-Arzt, Naturheilverfahren

    Auszug aus "TZ-Ratgeber"